Initiative Landau baut Zukunft

Stadt Landau in der Pfalz

Wohnraumstrategie für Landau

 

Aufgrund der zunehmenden Wohnungsknappheit, den deutlich steigenden Mieten, Grundstückspreisen und Immobilienkosten in Landau, den Ergebnissen der Baulandstrategie und der Erkenntnis, dass die Sicherung und Schaffung von bezahlbarem Wohnraum in Landau eine der großen Herausforderungen der Zukunft ist, wurde Ende 2014 das Institut für Wohnungswesen, Immobilienwirtschaft, Stadt- und Regionalentwicklung an der EBZ Business School und der Ruhr-Universität Bochum (InWIS) mit der Erstellung einer Wohnungsmarktanalyse und eines Wohnraumversorgungskonzeptes beauftragt. Aufbauend auf einer Analyse des Landauer Wohnungsmarktes, einer Bevölkerungsprognose für Landau für das Jahr 2030 sowie einer intensiven Auseinandersetzung mit den im Rahmen der Baulandstrategie herausgearbeiteten vorhanden und aktivierbaren Wohnbauflächenpotenzialen im Stadtgebiet werden wohnungspolitische Handlungsfelder, Zielzahlen und konkrete Maßnahmenvorschläge als zukunftsweisende Wohnraumstrategie zum Beschluss vorgelegt. Sie bilden die Grundlage für die „Initiative Landau baut Zukunft“, die die hohe Wohn- und Lebensqualität für alle Bürgerinnen und Bürger auch in den nächsten 15- Jahren in der Stadt und den acht Landauer Ortsteilen erhalten und verbessern soll.

 

In der vorliegenden Studie wird der Stadt Landau in einer mittleren Trendvariante ein Bevölkerungswachstum um 5,2 Prozent bezogen auf das Basisdatum 31.12.2014 auf rund 47.400 Einwohner (Hauptwohnsitze) im Jahr 2030 prognostiziert. Unter Berücksichtigung der zukünftigen Haushaltsentwicklung und vorhandener Gebäudereserven (Leerstände) löst diese Entwicklung im Prognosezeitraum einen Wohnungsbedarf im Neubau von insgesamt rund 2.450 Wohnungen auf einer Fläche von 80 bis 100 Hektar (je nach Bebauungsdichte) aus. Die Wohnungstypen sollen sich zu 56 Prozent auf den Ein- und Zweifamilienhausbau und zu 44 Prozent auf den  Geschosswohnungsbau (44%) verteilen. Dies entspricht einer Wohnungsbautätigkeit von durchschnittlich über 150 Wohnungen pro Jahr. Allein bis 2020 werden knapp 1.000 Wohnungen benötigt, zu etwa einem Drittel im Bereich der Ein- und Zweifamilienhäuser und zu zwei Dritteln im Geschosswohnungsbau.

 

Im Rahmen der Baulandstrategie wurden auf der Grundlage des gültigen Flächennutzungsplanes 2010 derzeit noch verfügbare Wohnbauflächenreserven im gesamten Stadtgebiet in einer Größenordnung von 38 Hektar ermittelt, auf denen bis 2030 1.250 Wohnungen / Häuser zu einem überwiegenden Anteil im verdichteten Wohnungsbau (Wohnpark Am Ebenberg, ehemalige Bahnflächen) errichtet werden können. Weitere 20 Hektar Bruttofläche, die im gültigen Flächennutzungsplan bzw. im Rahmen der Untersuchungen zur Baulandstrategie als potenzielle Wohnbauflächen herausgearbeitet wurden, sind aus Sicht der Verwaltung auch bis 2030 nicht aktivierbar, weil Eigentümerinteressen entgegenstehen oder planungsrechtliche Restriktionen bestehen.

 

Aus diesen Zahlen ergibt sich ein erweiterter Wohnbauflächenbedarf von insgesamt 45 bis 65 Hektar bzw. rund 1.200 Wohneinheiten bis 2030, für die weitere Siedlungsflächen im Stadtgebiet ausgewiesen werden müssen.

 

Neben der quantitativen Analyse und Ableitung von Wohnungsbauzielzahlen sind die qualitative Analyse des Wohnungsmarktes sowie ein hieraus abgeleiteter „Instrumentenbaukasten“ Kernelemente des Wohnraumversorgungskonzeptes. In den sechs Handlungsfeldern

 

•        Bezahlbarer Wohnraum,

•        Barrierearmer Wohnungsneubau,

•        Bestandspflege /-nutzung,

•        Monitoring,

•        Wohnen im Dorf und

•        Akteure

 

wurden eine Vielzahl an Maßnahmen herausgearbeitet, deren Verstetigung auch künftig für Landau wichtig ist oder die die bisherigen Aktivitäten der Stadt auf dem Wohnungsmarkt sinnvoll ergänzen können. Beispielhaft seien hier genannt:

 

•        Die bauliche Entwicklung innerstädtischer Brachen: Diese wurde gerade in den letzten Jahren intensiv vorangetrieben. Bei den Arealen an der Haardtstraße, entlang der Queich in der östlichen Innenstadt, dem Wohnpark Am Ebenberg oder entlang der Annweiler Straße handelt es sich allesamt um innerstädtische Flächen, die brach lagen oder untergenutzt waren. Dort sind in den letzten Jahren mehrere hundert Wohnungen entstanden.

 

•        Die Förderung des sozialen/ bezahlbaren Wohnungsbaus sowie von Baugemeinschaften und Wohnprojekten: Mehrere Flächen in der Stadt konnten für studentisches Wohnen mit mehreren hundert Wohnungen entwickelt werden. An der Haardtstraße und im Wohnpark Am Ebenberg haben Baugemeinschaften und Wohnprojekte mehrere Hektar Bauland zum Verkehrswert ohne Preisaufschläge von der Stadt zur Verfügung gestellt bekommen. Aktuell laufen städtische Grundstücksvergabeverfahren mit der Maßgabe, die Grundstücke nach festen Quoten mit Wohnungen zu bebauen, die nach den Vorschriften des Landeswohnraumförderungsgesetzes gefördert werden.

 

•        Die Stärkung der Landauer Stadtdörfer als attraktive Wohnstandorte: Mit dem Modellprojekt „Kommune der Zukunft“ ist es gelungen, einen Entwicklungsprozess für die Landauer Stadtdörfer in Gang zu setzen, der neben dem Erhalt der Sozial- und Versorgungsinfrastruktur die Baulandbereitstellung sowie einen bedarfsgerechten Wohnungsbau in den Dörfern als Handlungsschwerpunkte haben wird.

 

•        Die Förderung der Investorenvielfalt: Seit Jahren verfolgt die Stadt Landau den Grundsatz, stadteigene Baugrundstücke öffentlich auszuschreiben. Hierdurch ist es gelungen, eine Vielzahl an Investoren, die zumeist in der Region verwurzelt sind, für Bauprojekte zu gewinnen und einen „Wohnungsbau von der Stange“ zu vermeiden. Das Ergebnis ist ein breiter Mix unterschiedlicher Wohnungsangebote vom verdichteten Reihenhausbau über Studentenwohnungen bis hin zu hochwertigen Eigentumswohnungen.